Wer Potsdam über die Glienicker Brücke verlässt, hat zwar nach wenigen Metern Berlin erreicht, die Potsdamer Kulturlandschaft aber noch lange nicht verlassen. Gleich hinter der Brücke beginnt der Schlosspark Glienicke. Prinz Carl, 3. Sohn von König Friedrich Wilhelm III. und Königin Luise, erhielt das Anwesen zum Geschenk, als er gerade 23 Jahre alt war. Mit Hilfe des größten Architekten und des größten Landschaftsplaners seiner Zeit ließ der Prinz entlang der Havel ein Gartenkunstwerk errichten, das an den Wochenenden noch immer Tausende anzieht. Kleinarchitekturen machen den Gang durch den Park zu einem spannenden Erlebnis: Hier gibt es ein Casino, ein Klosterhof, ein Teepavillon (genannt die Kleine Neugierde), eine Rotunde (genannt die Große Neugierde weil man von hier aus die Kutschen beobachten konnte, die über die Brücke fuhren), eine Orangerie, eine Einsiedelei, eine Teufelsbrücke usw. Und natürlich ein Schloss.